Home
Phaleristik
Romane
Galerie
Dies & Das
 
Waterloomedaillen

Am 1. März 1815 betrat Napoleon erneut französischen Boden, um noch einmal Weltgeschichte zu schreiben. Das französische Volk war mit Ludwig XVIII unzufrieden und so liefen viele französische Truppen sofort über und unterstellten sich Napoleon. Die alten Alliierten erneuerten am 25 März 1815 ihre Allianz und wollten ein Heer von 700.000 Mann aufstellen, um Napoleon endgültig zu vernichten. Dieser wusste, das seine einzige Chance für einen Sieg darin lag, sofort zu handeln. Er wollte seine Feinde getrennt von einander schlagen, bevor sie ihre Truppen vereinten. Er brach am 12. Juni in Paris auf und marschierte nach Belgien, um dort die Engländer und Preußen zu vernichten, bevor auch noch die Russen und die Österreicher das Schlachtfeld betraten. Hier fanden vom 16. bis zum 19. Juni insgesamt vier große Schlachten statt, wobei die bekannteste die Schlacht bei Waterloo wurde. Am 16 Juni tobten die Schlachten bei Quatrebas und Ligny. Am 18. Juni gab es die große Schlacht bei Waterloo und vom 18. Juni bis zum 19. Juni tobte die letzte Schlacht der Napoleonischen Kriege bei Wavre. An den Kämpfen nahmen 128.000 Franzosen, 117.000 Preußen, 35.000 Engländer, 41.000 Deutsche unter anderem in der Kings German Legion (KGL) zusammen gefasst und 24.000 Niederländer und Belgier. Die Braunschweiger stellten alleine 7200 Mann in der Feldtruppe und 4.700 in der Reserve.

Am 15. Juni überschritten Napoleons Truppen bei Charleroi die Sambre und trieben somit einen Keil zwischen die englischen und preußischen Truppen. Napoleon bediente sich seiner Taktik, mit der er zu Begin seiner Kariere Ruhm erlangte, einen überlegenen Gegner nacheinander zu bekämpfen und besiegen. Marschall Ney sollte die strategisch wichtige Kreuzung bei Quatrebas nehmen und dadurch verhindern, dass die Engländer den Preußen zu Hilfe kommen konnten.

Am 16. Juni marschierte Ney auf Quatrebas zu und es kam zu heftigen Kämpfen mit den dort stehenden Niederländern. Diese wurden von der KGL verstärkt und auch Englische Truppen eilten auf das Schlachtfeld. Hierbei fand der schwarze Herzog den Tod auf dem Schlachtfeld. Der Tod Ihres berühmten und beliebten Herzogs ließ die Braunschweiger mit großer Verbitterung während der nächsten Tage kämpfen. Marschall Ney konnte die Kreuzung nicht erobern, obwohl seine Truppen den Gegnern klar überlegen waren.

Napoleon selbst griff die Preußen, die unter dem Kommando von Feldmarschall Blücher standen nach Artillerievorbereitung bei St. Amand la Haye an. Nach heftigem Kampf gelang es den Franzosen den Ort zu nehmen und gegen preußische Gegenangriffe zu halten. Feldmarschall Blücher führte nun persönlich den Gegenangriff und unter seiner Führung wurde der Ort zurück gewonnen. Ligny selbst wurde zur Hälfte von den Franzosen erobert, musste aber wegen fehlender Reservetruppen wieder geräumt werden. Das französische erste Korps wurde durch sich wiedersprechende Befehle von Napoleon und Marschall Ney zwischen Quatre Bas und Ligny hin und her geschickt, so dass es nicht aktiv in die Kämpfe des 16. Juni eingreifen konnte. Gegen Abend führt Blücher noch einmal persönlich einen Angriff auf die Franzosen, dabei wird sein Pferd getötet und begräbt ihn unter sich, so das vorbei stürmende französische Kavallerie ihn nicht entdeckt. Blücher fehlt jetzt allerdings und Generalleutnant Gneisenau befiehlt, nach dem die Alte Garde Napoleons Ligny erobert hatte, den Rückzug nach Norden. Die Dunkelheit ermöglicht zusammen mit der Standhaftigkeit von Ziethens und Thielemann an den Flanken den Preußen zu entkommen, ohne total vernichtet zu werden. Napoleon lässt die Preußen von Teilen seiner Truppen verfolgen, marschiert aber mit dem Hauptteil seiner Armee auf Marschall Ney zu und stellt am Abend des 17. Juni die Truppen von Wellington bei Waterloo. Die Schlacht von Ligny war Napoleons letzter Sieg. Die Engländer und die KGL räumen am 17. Juni die Kreuzung bei Quatrebas. Blücher selbst hatte nachdem sein Adjutant ihn auf dem Schlachtfeld gerettet hatte seine Korps am 17. Juni gesammelt. Ein Korps unterstellte er General Thielmann, der als Nachhut fungieren sollte.

Wellington, der wusste, das Napoleon ihn angreifen würde bezog günstige Verteidigungsstellungen im Schloss Hougomont und anliegenden starken Gehöften. Am 18 Juni entbrannte hier die Schlacht bei Waterloo. Das Schloss wurde schwer umkämpft, hier fochten auch viele Braunschweiger und Hannoveraner unter englischer Flagge. Gegen Mittag erfährt Napoleon, dass sich die Preußen gesammelt haben und unter Blüchers Führung sich seiner rechten Flanke nähern. Nach schwerer Artillerievorbereitung traten die Franzosen zum erneuten Angriff zwischen La Haye Sainte und Hougomont an. Unter schweren Verlusten arbeiteten sie sich vor, der endgültige Durchbruch gelang ihnen, trotz mehrfach massiv und zum Teil nicht befohlenen geführten Kavallerieattacken jedoch nicht. Am frühen Abend mussten die englisch geführten Truppen allerdings La Haye Saint räumen. Wellington selbst hielt seine Stellung, angeblich mit dem so berühmt gewordenen Zitat: "Ich wünschte es würde Nacht oder die Preußen kämen" Am späten Nachmittag war es dann soweit und die Preußen betraten das Schlachtfeld. Die Franzosen konnten ihr Vordringen trotz Verstärkung durch die junge Garde nicht aufhalten. Napoleon schickte nun sein letztes verbleibendes Korps in den Kampf gegen Wellingtons Truppen zusammen mit seiner Alten Garde, seiner absoluten Elitetruppe. Es gelang ihnen jedoch nicht Wellingtons Schlachtlinie zu durchbrechen. Wellington führte persönlich die Verteidigung. Die Franzosen sammelten sich ein letztes Mal und nur die Garde zeigte noch Kampfmoral, ihr General Cambronne wird gerne folgendermaßen zitiert: "Die Garde stirbt, doch sie ergibt sich nicht" Andere Quellen schreiben ihm allerdings ein wesentlich deftigeres und weniger heroisches Zitat zu. Den Preußen gelingt es zeitgleich den letzten Verteidigungsriegel der Franzosen zu stürmen und den Gegner vor sich her zutreiben. Die Franzosen ergriffen nur von allen Seiten die Flucht und gegen 21:00 trafen Wellington und Blücher auf dem Schlachtfeld aufeinander. Der Sieg war der ihre. Gneisenau führte die Preußen, welche die französischen Truppen verfolgten die ganze Nacht hindurch. Die Franzosen verloren hierbei alle Geschütze und die Feldequipage des Kaisers. Napoleon konnte sich der Gefangennahme entziehen und verlor dabei seinen berühmten Hut.

Das von Thielmann geführte Korps lieferte sich am 18. Juni bei Wavre eine Schlacht mit drei französischen Korps unter der Führung von Marschall Emmanuel de Grouchy. Dieser hatte von Napoleon den Befehl bekommen, die geschlagenen Preußen nach der Schlacht bei Ligny endgültig zu besiegen. Da er diesen Befehl nicht schnell genug umsetzte konnten diese sich reorganisieren. Die Schlacht bei Wavre band die überlegenen französischen Kräfte, diese fehlten Napoleon bei Waterloo und so konnte er dort seine Niederlage nicht mehr abwenden. Die Franzosen konnten die Preußen bei Wavre zwar zurück drängen, aber nicht klar besiegen. Die Kämpfe bei Wavre dauerten bis zum 19. Juni, danach schwiegen auch hier die Waffen.

Napoleon dankte am 22. Juni endgültig als französischer Kaiser ab und wurde nach St. Helena verbannt. Hier starb er am 5. Mai 1821.

weiter >>
   
Impressum