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Rettungsmedaille des Herzogtums Braunschweig

Im Gegensatz zu den Vorurteilen, dass Orden und Ehrenzeichen immer militärische Hintergründe hatten, sind auch viele Auszeichnungen für zivile Leistungen verliehen wurden. Mit Sicherheit rangieren die jeweiligen Ehrenzeichen für Lebensrettung ganz oben in der Achtung für ihre Träger. Als Beweis sei nur erwähnt, das Fürst Otto von Bismarck, der erste Reichskanzler, der als junger Mann die preußische Rettungsmedaille am Bande erhielt, verfügte das nur diese Auszeichnung in seinen Sarg mit gelegt werden sollte. Auf diese Auszeichnung war er besonders stolz und sie war ihm wichtiger als viele Großkreuze, die er besaß. Viele Deutsche Bundesstaaten hatten eine Auszeichnung für Lebensrettung gestiftet und auch in der heutigen Zeit werden Lebensrettungsmedaillen vom Staat verliehen. Als zweiter Beweis für die Wertigkeit dieser zivilen Auszeichnung mag die Tatsache gelten, dass das Hof- und Staatshandbuch des Herzogtums Braunschweig die Rettungsmedaille direkt hinter dem herzoglichen Orden Heinrich des Löwen erwähnt, vor allen anderen zivilen und militärischen Auszeichnungen.

Die Rettungsmedaille des Herzogtums Braunschweig wurde am 25. April 1836 von Herzog Wilhelm gestiftet.

Der Herzog, der im sechsten Jahr die Regentschaft über Braunschweig inne hatte äußerte in der Stiftungsurkunde seinen Willen folgendermaßen:

"Es ist Unser Wunsch, denjenigen Unserer getreuen Unterthanen, welche sich durch entschlossene und muthige Handlungen hervorgethan und ohne Rücksicht auf eigene Gefahr für die Rettung des Lebens oder des Eigenthums ihrer Mitbürger rühmliche Anstrengungen gemacht haben, eine Auszeichnung zu gewähren, welche ihnen selbst eine fortdauernde Anerkennung sichern und ihr lobenswerthes Verhalten Anderen als ein nachahmungswürdiges Beispiel vor Auge halten möge. Um diese Unsere Absicht zu erreichen, wollen Wir hiermit ein Ehrenzeichen stiften, das Wir denjenigen verleihen werden, die Uns, um der vorhin genannten Gründe willen, einer solchen öffentlichen Auszeichnung würdig erscheinen …."



Das Ehrenzeichen besteht aus einer silbernen Medaille, die den Namen Rettungsmedaille führen wird. Die Vorderseite (Aversseite) zeigt ein W (für Herzog Wilhelm) auf einem Wappenschild, das von Löwen getragen und mit 4 Fahnen auf jeder Seite umgeben ist. Über dem Wappenschild befindet sich die Herzogskrone und ein Stern. Die Umschrift lautet: "EHRENZEICHEN (oben) GESTIFTET AM XXV.APR.MDCCCXXXVI (unten)". Die Rückseite (Reversseite) zeigt die aufschwebende Siegesgöttin, mit der rechten Hand nach oben auf einen Sternkranz deutend und in der linken Hand einen Palmwedel tragend. Sie steht auf einem sich windenden Lindwurm. Die Umschrift lautet: "MUTHIGER THATEN EHRENDER LOHN".

Die Medaille wurde an einem dunkelgrünen Band getragen. In der Stiftungsurkunde wurde bestimmt, dass das Band nicht ohne die Medaille getragen werden durfte, was bei anderen Ehrenzeichen durchaus üblich war. In einer Zusatzverordnung vom 17. Dezember 1912 erlaubte Prinzregent Johann Albrecht jedoch, dass die Beliehenen das Band auch ohne Medaille tragen dürfen.

Wenn ein Inhaber der Rettungsmedaille eine entehrende Handlung begehen würde, sollte er das Recht die Rettungsmedaille zu tragen nach Willen des Stifters verlieren.

Es gibt Miniaturausgaben der Rettungsmedaille, und einige Exemplare sollen den Namen des Beliehenen und das Verleihungsjahr auf dem Rand eingraviert haben.

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