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Der Orden des Herzog Karl II. (Metternich-Orden)

Der Orden Karls II., auch als Metternich-Orden bezeichnet, ist in der Literatur bisher kaum berücksichtigt worden. Dieser Artikel soll dieses Manko nun beseitigen und den Orden einer breiteren Öffentlichkeit vorstellen. In diesem Artikel werden zwei Theorien vorgestellt, gegeneinander abgewogen und bewertet. Es wird hierbei bewusst von Theorien gesprochen, da der konkrete Beweis weder für die eine noch die andere Theorie erbracht worden ist und es vielleicht auch nie wird. Weiterhin wird hier immer von einem Orden gesprochen, obwohl es keine Stiftungsurkunde und Statuten zu diesem Orden gibt. Da der Orden Karls II. jedoch alle äußeren Merkmale eines Ordens erfüllt, wird die Bezeichnung vom Autor als berechtigt angesehen.

Zuerst wird kurz die Lebensgeschichte Herzog Karl II. dargestellt, danach werden die beiden gängigen Theorien vorgestellt und im Abschluss die bekannten Stücke beschrieben.

Lebensgeschichte Karl II.

Karl II., Herzog von Braunschweig und Lüneburg p.p., wurde am 30.10.1804 in Braunschweig als erstes Kind des Herzogs Friedrich Wilhelm, dem sogenannten "Schwarzen Herzog", und seiner Gemahlin, Herzogin Marie geb. Prinzessin von Baden, geboren. Am 18.10.1806 floh die herzogliche Familie vor den anrückenden Franzosen. Karls II. Mutter Herzogin Marie starb am 20.04.1808 und sein Vater Herzog Friedrich Wilhelm fiel am 15.06.1815 in der Schlacht bei Quatrebas an der Spitze seiner Truppen im Kampf gegen die Truppen Napoleons. Karl II. und sein Bruder Wilhelm, geb. am 25.04.1806 kamen unter die Vormundschaft ihres Onkels, des damaligen Prinzregenten und späteren Königs, Georg IV..

In der Folgezeit gab es ernste Differenzen zwischen Mündel und Vormund über den Zeitpunkt des Regierungsantrittes von Karl II.. Die im Testament des Herzogs Friedrich Wilhelm getroffene Entscheidung sah eine Zeitspanne zwischen dem 16. und 20. Lebensjahr vor. Allerdings gab es aus dem Jahr 1535 das "Pactum Henrico Wilhelmianum", das die Volljährigkeit im Welfenhaus auf das Erreichen des 18. Lebensjahres festlegte. Da diese Regel auch im Landtagsabschied erwähnt war, wurde sie allgemein als rechtsbindend angesehen. Aus privaten Gründen versuchten jedoch der Graf Münster als Untervormund und der Geheimrat Schmidt-Phiseldeck, betraut mit den Braunschweiger Regierungsgeschäften, Georg IV. dahingehend zu beeinflussen, die Volljährigkeit bis zum 21. Lebensjahr hinauszuschieben. Als sich der Streit verschärfte, wurden die Stellungsnahmen von Preußen und Österreich eingeholt. Preußen stellte sich auf die Seite Herzog Karls II., Österreich antwortete ausweichend. Karl II. befand sich jedoch kurz darauf in Wien, wo er mit dem Fürsten Klemens Wenzel Lothar von Metternich zusammentraf. Fürst Metternich sah sich nun folgendem Problem gegenüber: Zu einem wollte der englische König sich keinem Schiedsspruch des Kaisers des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nationen unterwerfen (Georg IV. sah die Volljährigkeit mit 21 als gegeben an), auf der anderen Seite beharrte Karl II. auf seinem Recht und Metternich wollte zudem einen Verbündeten Österreichs in Norddeutschland gewinnen. Mit seinem diplomatischen Geschick löste der "Kutscher Europas" dieses knifflige Problem: Er empfing Karl II. wie einen souveränen Herrscher und brachte ihn dazu, den englischen König darum zu bitten, die Vormundschaft - Karl II. war inzwischen 18 Jahre alt - noch um ein Jahr zu verlängern. Er, Fürst Metternich, würde sich dann für ihn verwenden. Durch sein hohes Ansehen gelang es Fürst Metternich, dass beide Parteien einwilligten, und so endete die Vormundschaft formal am 30.10.1823 und Karl II. bestieg den Thron im Herzogtum Braunschweig.

Am 07.09.1830 wurde Herzog Karl II. jedoch durch eine Revolution des niederen Landadels und des Bürgertums vertrieben. Dies ist übrigens der einzige erfolgreiche Umsturz im 19. Jahrhundert in Deutschland. Sein Bruder Herzog Wilhelm wurde regierender Herzog. Karl II. hat sich zeit seines Lebens nicht mit seiner Vertreibung abgefunden und wollte immer auf seinen Thron zurückkehren. Er verkehrte weiterhin an den Höfen Europas und baute sein Vermögen mit Hilfe der Familie Rothschild aus. Er besaß zur damaligen Zeit eine der größten Diamantensammlungen der Welt, weshalb er allgemein als der "Diamantenherzog" bezeichnet wurde. Schon zu Lebzeiten wurde er Held in verschiedenen Romanen, die sein Leben verarbeiteten. Er war sozusagen der Urahn von Paris Hilton und Brittney Spears im medialen Interesse seiner Zeit. Herzog Karl II. verstarb am 18.08.1873 zu Genf und hinterließ keine Erben.

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