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In der Schlacht bei Jena und Auerstedt 1806 tödlich verwundet ernannte der regierende Braunschweiger Herzog
Karl Wilhelm Ferdinand auf dem Sterbebett seinen viertgeborenen Sohn Friedrich Wilhelm zu seinem Nachfolger.
Beide kämpften unter Preußischer Fahne, das Braunschweiger Herzogtum selbst war in diesem Konflikt neutral
geblieben. Napoleon hatte für Braunschweig jedoch andere Pläne und gab es als Département Ocker an seinen
Bruder Jerome, der sich zum König des neugeschaffenen Königreichs Westfalen erklärte. Friedrich Wilhelm
musste Braunschweig verlassen und auf sein Fürstentum Oels in Schlesien fliehen. Auf eigene Kosten und
mit Rückendeckung der Habsburger Monarchie stellte er ein Freiwilligen Korps auf, die später so berühmt
gewordene Schwarze Schar. Ihr Namen beruht auf der schwarzen Uniform, die diese Männer trugen.
Ihr Wahlspruch lautete: "Sieg oder Tod"
Für Friedrich Wilhelm war dieser Krieg nun zu einer persönlichen
Vendetta mit den Franzosen geworden. Napoleon besiegte die Österreicher jedoch in der Schlacht von Wagram
und der Friedensvertrag zwischen beiden Parteien, beraubte Friedrich Wilhelm seines letzten Verbündeten
auf dem Festland. So entschloss er sich, sein Glück in eigener Regie zu suchen.
Mit insgesamt 2000 Mann (Infanterie, Kavallerie und Artillerie) startete er am 24. Juli 1809
von Zwickau aus seinen berühmten Marsch zur See.
Am 29.Juli kam es zu einem Gefecht bei Halberstadt mit westfälischen Truppen, das die
Braunschweiger für sich entscheiden konnten. Sie erstürmten Halberstadt und marschierten
weiter und erreichten am 31. Juli die Stadt Braunschweig, wo die Bürger ihrem Herzog
einen begeisterten Empfang bereiteten. Die Schwarze Schar und Ihr Anführer der Herzog
nächtigten unter freiem Himmel am Petritorwall, hieran erinnert noch heute an dieser Stelle die Friedrich-Wilhelm-Eiche.
Am nächsten Morgen bekam der Schwarze Herzog die Nachricht, das sich feindliche Truppen aus Norden und aus dem Osten der Stadt näherten und das diese zahlenmäßig weit überlegen sein. Friedrich Wilhelm beschloss sich den Feinden nördlich der Stadt Braunschweig zu stellen, da er sich eh zur Nordsee durchschlagen wollte, um sich nach England einzuschiffen. Bei Ölper bezogen die Truppen des Herzogs Stellung, verstärkt um 200 Braunschweiger Bürger, die mit erbeuteten Waffen aus Halberstadt ausgerüstet wurden. Brücken, die über die Ocker führten wurden zerstört, um die Gefahr eines Flankenangriffs zu vermeiden. Die westfälische Division wurde von General Reubell geführt. Die feindlichen Kürassiere, welche die Angriffspitze bildeten, wurden von den Braunschweigern noch zurückgeworfen, jedoch überließ der Schwarze Herzog das Dorf Ölper danach der angreifenden feindlichen Infanterie. Er zog sich auf eine Anhöhe zurück, von der aus er jeden feindlichen Angriff zurückschlug. Beim persönlich geführten Gegenangriff wurde das Pferd Friedrich Wilhelms unter ihm von feindlichen Kugeln getötet. Ölper blieb vorerst in feindlicher Hand.
Nun starteten die feindlichen Truppen einen Angriff, den die Braunschweiger Husaren zerschlugen. Es folgte ein Artilleriegefecht zwischen beiden Parteien. General Reubell zog sich im Schutze der Dunkelheit aus Ölper zurück, da er einen weiteren Angriff der Braunschweiger Truppen befürchtete. Die Verluste der Westfalen waren wesentlich höher, als die der Schwarzen Schar. Am Morgen des 2. August brachen die Truppen Friedrich Wilhelms auf, verfolgt von den feindlichen Truppen und gelangten am 06. August nach Elsfleth. Hier schifften sie sich am 07. August nach England ein.
In 14 Tagen hatte die Schwarze Schar unter dem Befehl des Schwarzen Herzogs eine Marschleistung von 500 Kilometern mit 2 Gefechten durch feindlich besetztes Gebiet vollbracht. Dieser Marsch begründete den Ruhm des Schwarzen Herzogs. Unter englischer Fahne kämpften die Schwarzen Soldaten in Spanien, Portugal und auf Sizilien weiter gegen Napoleons Truppen.
Um diesen tollkühnen Marsch zu würdigen stiftete Herzog Karl II. der Sohn von Herzog Friedrich Wilhelm am
30. Oktober 1824 das Ehrenkreuz für 1809 in zwei Ausführungen. Dieses Ehrenkreuz sollten alle Männer
bekommen, die den oben beschriebenen Feldzug mitgemacht hatten und sich zum Zeitpunkt der Stiftung
entweder noch im braunschweigischen Dienst befanden oder Wartegeld, in der Armee spricht man auch
vom Inaktivitätsgehalt, bezogen.
Die Ausführung für Offiziere bestand aus vergoldetem Silber, für Unteroffiziere und
Mannschaften aus Bronze. Das Ehrenzeichen wurde an einem dunkelblauen Band mittels
einer Bügelöse getragen. Das Ehrenzeichen selbst hat die Form eines Tatzenkreuz.
Zwischen den Kreuzarmen befindet sich Eichenlaub, welches bei den Offizierskreuzen
emailliert ist und bei den übrigen aus Bronze besteht.
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Auf der Aversseite sieht man in der Mitte das springende Welfenross auf den vier Kreuzarmen verteilt
den Namen des Stifters: Carl / Friedrich / August / Wilhelm. Das Foto zeigt das vergoldete Ehrenkreuz
für Offiziere mit richtigem Band. Man beachte die Detailansicht, auf der klar zu erkennen ist,
dass das Welfenross auf das Kreuz gelötet wurde. |
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Die Reversseite zeigt in der Mitte die Jahreszahl 1809 und verteilt auf den Armen die Devise:
Für / Treue / und / Tapferkeit
Das Foto zeigt das vergoldete Ehrenkreuz für Offiziere mit richtigem Band. Man beachte die Detailansicht,
auf der klar zu erkennen ist, dass das Welfenross auf das Kreuz gelötet wurde.
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Nachdem Karl II. 1830 seinen Thron verloren hatte und sein Bruder Wilhelm an die Macht gekommen war,
erneuerte er die Stiftung und erweiterte den Empfängerkreis. Herzog Wilhelm stiftete das Ehrenkreuz für 1809 am 21. September 1833. Die Stiftung erfolgte für Soldaten, die den oben beschriebenen Feldzug mitgemacht hatten, aber durch die Stiftung von 1824 nicht berücksichtigt wurden, also ehemalige Soldaten, die zum Beispiel zwischenzeitlich einen anderen Beruf inne hatten und kein Wartegeld bezogen. Auch hier gab es eine Variante für Offiziere in Silber vergoldet und eine in Bronze für Unteroffiziere und Mannschaften. Das Band war ebenfalls dunkelblau. Auf dem hier gezeigten Foto ist das Band der Peninsulamedaille zu sehen und nicht das des Ehrenkreuzes für 1809. Diese Auszeichnung kommt zudem für das Bronzekreuz in Varianten mit Eichenlaub zwischen den Kreuzarmen und ohne Eichenlaub vor. Bei den Offizierskreuzen ist das Eichenlaub immer vorhanden und emailliert.
Die Aversseite zeigt in der Mitte das Welfenross und verteilt auf den Kreuzarmen den Namen des Stifters: Wilhelm / Aug. / Max / Friedr. Ludw.
Die Reversseite ist mit der Reversseite des von Karl II gestifteten Kreuz identisch.
Der Hersteller des von Wilhelm gestifteten Kreuzes war der Braunschweiger Stempelschneider F. Streuber.
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